Rot-schwarzgeflockt




 


 Da es letztes Jahr zur Anerkennung dieses wunderbaren Farbenschlages, Rot-schwarzgeflockt, durch unseren Vorsitzenden des Sondervereins der Friesen- und Zwerg-Friesenhühner kam, fühle ich mich verpflichtet, Ihnen diesen „neuen" Farbenschlag etwas näher zu bringen und auch einen Anreiz zu geben, mit der Zucht dieser Hühnchen zu beginnen, da neben der ausgesprochenen Schönheit auch Leistung und Intelligenz zu den wichtigsten Eigenschaften der Friesenhühner und deren Zwerge gehören. Außerdem gibt es wohl kaum einen noch schöneren Anblick, als eine Herde rot-schwarz-geflockter Zwerg-Friesenhühner auf einer grünen Wiese, wenn sich die Flocken im Sonnenschein mit grün schillerndem Glanz wiederspiegeln.Im Ursprungsland, den Niederlanden, werden die
Friesenhühner und deren Zwerge schon nach langer Tradition gezüchtet. Auch die
rot-schwarzen Zwerge gibt es schon seit einiger Zeit als anerkannten
Farbenschlag, da die Zwerge dort in denselben Farben anerkannt sind wie auch die
Großrasse. Dies ist in Deutschland und Österreich nicht der Fall. Hier sind
einige Farbenschläge sowie bei „Groß" als auch bei „Klein" noch nicht in den
Rassegeflügelstandard aufgenommen worden. Vergangenes Jahr vollzog Zfr. Josef
Sager dann den entscheidenden Schritt, indem er es schaffte, die "Roten"
anlässlich der Nationalen Rassegeflügelschau in Leipzig zur Anerkennung zu
bringen. Hiermit möchte ich ihm auch im Namen des ganzen Sondervereins nochmals
dafür danken, denn es wäre sicherlich schade gewesen, wenn diese edlen Tiere
ohne Anerkennung wieder in der "Versenkung" verschwunden wären. Somit sind die
ersten Grundsteine für eine Verbreitung unserer Rot-schwarz-geflockten gelegt
worden. Außerdem bin ich auch dem KTZV Bad Ischl, insbesondere Zfr. Steglegger
und Zfr. Viertbauer, sehr dankbar. Da die Kleintierzüchtervereine E 34 Bad Ischl
und der deutsche Kleintierzüchterverein C 375 Sulzfeld, in dem Zfr. Sager
Mitglied ist, vor dreißig Jahren eine Partnerschaft geschlossen haben und somit
alljährlich zwei gegenseitige Besuche stattfinden, konnten mir einige Zuchttiere
in rot-schwarzgeflockt aber auch gold-schwarzgeflockt durch die bereits
genannten Zuchtfreunde aus Bad Ischl übermittelt werden. Dies war eine
unheimliche Erleichterung für mich, weil Bad Ischl bei weitem nicht so weit
entfernt von meinem Heimatort Klam liegt wie Sulzfeld.
Zucht: Farbe und Zeichnung
Die Zucht der rot-schwarzgeflock-ten Zwerg-Friesenhühner bringt schon einige Tücken mit sich, jedoch auch nicht viel mehr wie bei anderen Farbenschlägen der selben Rasse oder auch so manch anderer Rasse. Der Standard ist so ausgelegt, dass die schwarze Zeichnung der der Zitron-schwarz-gefiockten entspricht beziehungsweise entsprechen sollte. Natürlich kann man nicht die selben Ansprüche stellen wie man es bei den Zitron-schwarzen und bei den Silber-schwarzen tut.

Der Hahn zeigt einen schwarzen Schwanz, wo die Besichelung mehr oder weniger eine rotbraune Säumung aufweist. Die Grundfarbe, die die restlichen Gefiederteile zeigen, sollte ein möglichst warmes intensives Rotbraun sein. Jedoch sind etwas hellere Tiere in einer dauerhaft erfolgreichen Zucht unerlässlich, weil diese die Abgrenzung zwischen der Flockenzeichnung der Henne und deren Grundfarbe verstärken. Somit sollte man hierzu keine allzu hohen Ansprüche stellen. Beim Hahn ist außerdem darauf zu achten, dass die Behänge keinen schon eher ins Schwarze übergehenden Grundton bekommen, also noch das beinah schwarz gefärbte Schwanzgefieder sich deutlich vom Rest des von außen sichtbaren Gefieders abgrenzt.
 


Es ist aber nicht so, dass nur der Schwanz schwarz mit Säumung ist und alles
andere rotbraun, denn eine angedeutete schwarze Flockung auf dem Oberrücken
unter dem Halsbehang und im Flankengefieder ist bei einem guten Zuchthahn immer
zu vermerken. Man sollte darauf achten, nur solche Hähne in die Zucht
einzustellen, die im Junggefieder eine klare Flockung auf dem Rücken erkennen
lassen. Solche Hähne sind.später intensive Flockenvererber. Die Flockenzeichnung
beim Hahn ist jedoch für eine Ausstellung nicht erforderlich. Die Armschwingen
sind rotbraun, wobei die Innenfahnen eine mehr oder weniger angedeutete Flockung
aufweisen. Außerdem sind die Außenfahnen der Handschwingen rotbraun mit
schwarzer Zeichnung am Federende. Die Innenfahnen sind schwarz.

Bei der
Henne kristallisieren sich schon einige Zuchtschwierigkeiten heraus. Hier ist
die Grundfarbe ebenso ein warmes Rotbraun. Der Hals und die Oberbrust sind
zeichnungsfrei. Der Schwanz der „Roten" ist meist gänzlich durchgezeichnet. Nun
zur Hauptschwierigkeit der Flockung, die gleichzeitig auch das Hauptrassemerkmal
darstellt. Hier sind verschiedenste Variationen in der Nachzucht aufzufinden.
Viele zeigen eine zu einem Streifen zusammengewachsene Zeichnung, was als
Bänderung zu bezeichnen ist und somit als Fehler gilt. Die Trennung der Flocken
erweist sich jedoch als ausgesprochen schwierig auf solch einer dunklen
Grundfarbe. Aber nach einiger Zeit werden sich immer mehr Tiere mit typischen
Flocken unter die Nachzucht mischen. Dies belegt die abgebildete Henne, die sich
derzeit im Besitz des Verfassers befindet, jedoch ursprünglich aus
niederländischer Zucht stammt.


Noch heute sieht man es den rot-schwarzgeflockten Zwerg-Friesenhühnern an,
aus welchen Rassen
 beziehungsweise Landschlägen sie erzüchtet worden
sind. An den zahlenmäßig noch häufig auftretenden fehlerhaften Tieren, die neben
der bereits genannten Bänderung oft auch noch braune Zeichnung in den Flocken
und sogar Rie-selung zeigen, kann man dies noch erahnen. Dies bestätigt wiederum
die Tatsache, dass die Flockung der Wildfärbung sehr nahe kommt und die dort
auftretende Rieselung zu der beschriebenen Flockenzeichnung selektiert wurde.
Vermutlich stecken goldhalsige Holländische Zwerge, verschiedenste Landzwerge
und natürlich die großen rot-schwarzgeflockten Friesenhühner in den heutigen
rot-schwarzgeflockten Zwerg-Friesen. Hierbei will ich mich aber nicht mit
Bestimmtheit festlegen.


Form, Körperbau und Kamm


Das Zwerg-Friesenhuhn vertritt eindeutig den Landhuhntyp. Dies spiegelt sich
im steilgetragenen, reich befiederten Schwanz, dem mittellangen Rücken, der aber
durch die Schwanzhaltung kurz wirkt, den dunkelorangeroten Augen und den
mittellangen, schiefergrauen Läufen wieder. Die Flügel werden beim Hahn etwas
gesenkt, nicht, wie häufig angenommen, waagrecht getragen. Bei der Henne ist die
Flügelhaltung schon waagrecht, nur in Aufregung senkt sie vereinzelt ebenso die
Flügel ähnlich wie der Hahn. Weiße Ohrscheiben unterstreichen den eleganten
nordwesteuropäischen Landhuhntyp. Der Kamm ist mittelgroß und mit fünf bis sechs
regelmäßig geschnittenen Zacken bestückt. Die Kammfahne wird leicht ansteigend
getragen. Diese darf bei der Henne leicht umliegen, wobei ein Stehkamm bevorzugt
wird.


Ich hoffe, mit diesen Zeilen einen Anstoß gegeben zu haben, sich für die
Zucht unserer "Roten" zu interessieren. Als Kontaktperson steht für Deutschland
der Vorsitzende des Sondervereins, Josef Sager, Gartenstraße 39, D-75056
Sulzfeld, Tel. u. Fax: 0049 (0)7269/260, als Züchter dieses Farbenschlages und
vieler anderer in „Groß und Klein" zur Verfügung.


In Österreich ist SV-Mitglied Leonhard Aistleitner, Innernstein 12, A-4352
Klam, Tel. u. Fax: 0043 (0)7266/6633, Ihr Ansprechpartner. Außer den
rot-schwarzgeflockten werden auch noch die zitron-schwarzgeflockten und
gold-schwarzgeflockten Zwerg-Friesenhühner vom Verfasser gezüchtet.


Leonhard Aistleitner

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